Biografie

 

Nur vier, fünf Dialekt-Songs – mehr wollten die vier Jungs aus Balzers gar nicht. Aus einem kleinen Projekt wurde mehr, viel mehr. Die Mundart-Band Rääs gewann schon zahlreiche Wettbewerbe. Den Radio Liechtenstein Band Contest entschied sie gleich zweimal hintereinander für sich. Die Anfragen für Auftritte reissen nicht ab, Radiostationen in Liechtenstein, der Schweiz und Vorarlberg spielen Rääs-Lieder und die Verkaufszahlen der ersten zwei Alben «Wohre Gschechta» und «An Taal vo üs» übertreffen die Erwartungen der Band. Balzner Mundart-Rock bewegt Musikfans nicht nur in Liechtenstein.

 

Alles begann am Vorweihnachtstag 2003 mit einem «Forz» und einem «Görps». Zugegeben ein ungewöhnlicher Beginn für eine Bandgeschichte, der aber zeigt, was die Band von Anfang an ausmachte: Kreativität und Spass. Bei den vier Männern Oliver Frick (Gitarre und Gesang), Daniel Tribelhorn (Piano, Gitarre), Ralph Vogt (Bass) und Marcel Kaufmann (Schlagzeug) ist es immer schon lustig zu und her gegangen. Marcel Kaufmann erzählt vom Abend, der alles verändern sollte: «Wir hatten die Idee, eine CD zu produzieren, die im Guggerbus läuft und bei der alle mitsingen können. Wir sassen zusammen und haben uns Gedanken gemacht. Das heisst, wir blödelten vor allem herum und tranken ein paar Bierle, bis wir nach etwa fünf Stunden fanden, dass es nun Zeit sei, etwas Konkretes zu komponieren. Irgendwie kamen wir dann auf unsere Kollegen, auf Geschichten, die wir mit der Guggenmusik erlebten. Naja, und dann waren wir beim «Forz» und beim «Görps» und hatten den Song in einer Viertelstunde geschrieben.»

 

Es entstanden immer mehr Songs – genug, um eine CD produzieren zu können. Auf dem ersten Album «Wohre Gschechta» sind elf Lieder, unter anderem auch «Nachtvolk», das auf der gleichnamigen liechtensteinischen Sage beruht. Mit «Nachtvolk» gewann Rääs den Radio Liechtenstein Bandcontest 2007 und ist seither in aller Munde. Im gleichen Jahr ging der Kulturpreis «Prix Kujulie», der vom Vaduzer Medienhaus vergeben wird, an Frontman Oliver Frick bzw. die Band. Der Preis bedeutete für Rääs eine grosse Ehre und war eine Bestätigung dafür, dass ihre Mundart-Musik auch in Kulturkreisen auf äusserst positive Resonanz stösst. Zusätzlich war er auch eine Motivation, mit dem bisherigen Elan und der Freude an der Musik nach vorn zu blicken und weiter durchzustarten.

 

Das tat Rääs dann auch. Am 16. Mai 2009 wurde ihr zweites Album «An Taal vo üs» getauft. Für die Produktion konnte das bekannte Plattenlabel «Tyrolis» gewonnen werden. Auf der CD sind ausschliesslich Eigenkompositionen mit Texten in Balzner Dialekt. Die Lieder sind abwechslungsreich und reichen von witzigen Rock’n’Roll-, Rock-Stücken bis hin zu Texten, die bei Blues- und Jazzrhythmen zum Nachdenken anregen. Mit dem Lied «Bis du sälb» gewann Rääs auch 2009 den Radio Liechtenstein Bandcontest.

 

Die Band hat sich seit 2003 musikalisch weiterentwickelt und durch häufiges Auftreten viel Routine erarbeitet. Die Balzner Jungs konnten schon auf den gleichen Openair-Bühnen spielen wie die Schweizer Musikgrössen Baschi, Bligg oder Florian Ast. An Mundart-Wettbewerben überzeugen sie immer wieder die Jury. Zuletzt am mundARTpop/rock-wettbewerbs Schnabl von ORF Vorarlberg am 27. Juni 2009 in Feldkirch.

 

«Rääs» bedeutet der Geschmack von reifem Käse. Auf die Frage, wie reif sie werden wollen, antworteten die vier Balzner in einem Interview im Jahr 2007, dass sie nie ganz reifen wollen. «Wenn Rääs reif ist, ist es vorbei. Es soll ein ewiger Prozess bleiben, an dem wir wachsen.» Rääs will auf jeden Fall weitermachen. Für die vier Jungs ist klar: «Der Käse kann noch besser werden!»

 

 
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